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So klappt der Start nach dem Erziehungsurlaub

Eine ehemalige Mitarbeiterin kommt aus dem Erziehungsurlaub zurück. Schön, wenn alle heilfroh über die Verstärkung sind und die Wiedereingliederung reibungslos klappt. Häufiger kommt es jedoch zum Konflikt: Das Team hat sich nach Weggang der werdenden Mutter neu formiert, die Rollen sind anders besetzt.

Will die "neue" Kollegin in dieser Konstellation zurück auf ihren alten Platz, stößt sie auf heftigen Widerstand. Die Mitarbeiterin, die ihre Arbeit übernommen hat, möchte ihre Aufgaben im Team behalten und fühlt sich bedroht von der Rückkehrerin. Möglicherweise wird sie die Zurückgekehrte bewusst oder unbewusst sabotieren, indem sie diese ausgrenzt, Informationen vorenthält und Verbündete unter den anderen Mitarbeiterinnen sucht. So entsteht im Nu ein Konflikt, der schließlich das ganze Team arbeits- und aktionsunfähig macht.

Wiedereinstieg einer Mitarbeiterin gut vorbereiten
Ein solches Szenario zu vermeiden, ist Chefsache. Am Arzt als Teamchef liegt es, den Wiedereinstieg einer Mitarbeiterin gut vorzubereiten. Dazu sollte er sich mit allen Beteiligten in folgenden Fragen abstimmen:

  • Welche Stellung hatte die Erziehungsurlauberin vor ihrem Weggang im Team, welche Aufgaben hingen damit zusammen?
  • Welcher Arbeitsbereich für die Wiedereinsteigerin ist von Arztseite, von der Kraft, die den Job der Erziehungsurlauberin übernommen hat, und den anderen Mitarbeiterinnen vorgesehen?
  • Stimmen diese "Planungen" überein oder erwartet jeder etwas anderes?
  • Kann die Zurückkehrende jetzt mehr oder weniger? In welcher Beziehung? Als "Familienmanagerin" hat sie zum Beispiel gelernt zu organisieren und zeiteffektiv zu arbeiten.
  • Empfinden die anderen die Wiedereinsteigerin als Entlastung oder als Bedrohung und Konkurrenz?

Am besten ist es, wenn sich alle Beteiligten vorher auf eine klare Arbeitsteilung einigen. Zu berücksichtigen ist, dass die neue "Alte" Zeit braucht, sich zurechtzufinden. Von Chefseite sollte zudem sichergestellt sein, dass die Wiedereinsteigerin von ihren Kolleginnen zum Beispiel bei einem Praxisrundgang informiert wird, was sich während ihrer Abwesenheit verändert hat.

Ausreichend Zeit für eine Teamsitzung einplanen
Schwelt der Konfliktherd bereits, bietet sich eine Teamsitzung an, für die ausreichend Zeit einzuplanen ist. Dabei stellt jede Mitarbeiterin ihre Ziele, Empfindungen und Eindrücke offen dar. Auch Praxischef oder -chefin äußern sich. Gemeinsame und unterschiedliche Ziele werden herausgearbeitet und auf einen Nenner gebracht. Dann wird überlegt, in welcher Weise welche Änderungen stattfinden sollen und wer was bis wann umsetzt. Eine gute Hilfe bei verhärteten Standpunkten ist der Perspektivenwechsel. Dazu versetzen sich zwei Mitarbeiterinnen mit Verständigungsproblemen in einem Moment der Stille innerlich vollständig in die Lage der Kontrahentin: Wie würde ich als Kollegin X reagieren? Mit ihrem familiären Hintergrund, in ihrem Alter, mit ihrer Erziehung, ihrer finanziellen, gesundheitlichen Lage? So kann Verständnis für die Denk- und Verhaltensweise der anderen entstehen.

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