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In deutschen Unternehmen wird mit Lob und Anerkennung gegeizt: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten haben den Eindruck, dass ihre Leistungen vom Chef nicht geschätzt werden, berichtete die europäische Jobbörse StepStone. Nur 28 Prozent wüssten sicher, dass ihre Arbeit honoriert werde. Das Ergebnis ist vielfach mangelnde Motivation bei der Arbeit. Dies bestätigt auch eine Umfrage des Beratungsunternehmens Gallup: 70 Prozent der Deutschen machen demnach nur noch "Dienst nach Vorschrift".
Ärzte können eine Menge tun, um diese Situation in ihrer Praxis zu ändern: "Mitarbeiter erleben Glücksgefühle, wenn sie gelobt werden oder eine Würdigung erfahren", sagt Mediatorin Ingrid Jonas aus Koblenz. "Und gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten sind motivierte Mitarbeiter mit das Wertvollste, was Ärzte in ihrem Betrieb haben."
An richtiger Stelle loben
Doch auch loben will gelernt sein. Wer zum Beispiel sagt: "Gut so, diese Leistung könnten Sie öfter bringen", begeht damit einen großen Fehler und zerstört sein Lob sofort wieder. "Denn damit wird dem Gelobten zwischen den Zeilen mitgeteilt, dass er eigentlich oft schlecht arbeitet", erklärt Jonas.
Ein anderer Fehler ist überschwängliches Loben wie: "Frau Schmitz, Sie sind ja wirklich unglaublich super. Wie Sie dies schon wieder geschafft haben!" Ein spürbar zu dick aufgetragenes Lob verliert an Wert.
"Ärzte sollten auch darauf achten, dass sie die Mitarbeiterin am richtigen Ort loben", rät die Mediatorin. "Manchen Menschen ist es peinlich, öffentlich gelobt zu werden, andere sind gerade darauf besonders stolz." Hier müsse der Arzt eben Feingefühl entwickeln. Grundsätzlich gilt: "Lob als ehrliche Anerkennung und Motivation funktioniert nur in einem gesunden Unternehmensklima", sagt Jonas. "Lob ist kein Ersatz für betriebliche Mängel, die der Arzt beheben muss."
Loben Sie richtig?
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