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"Meiner Erfahrung nach nehmen sich Ärzte viel zu wenig Zeit, um den Patienten vollständig aufzuklären und um Aufklärung wie Behandlung zu dokumentieren", sagt der auf Medizinrecht spezialisierte Anwalt Prof. Dr. Karl Otto Bergmann von der Hammer Kanzlei Dr. Eick und Partner. Dabei sei beides wichtig, um Haftungsrisiken zu minimieren.

Ein Niedergelassener müsse daher bei jedem Behandlungsfall genügend Zeit für Aufklärung und Dokumentation einplanen. "Bei der Dokumentation muss der Arzt dann neben der Eintragung in die Karteikarte auch die Zeit für Arztberichte und für eine ordnungsgemäße Gesamtdokumentation der Behandlung einplanen", sagt der Anwalt.
Die zusätzlich benötigte Zeit wird leider nicht vergütet. Doch nicht nur aus diesem Grund empfiehlt der Fachmann, beide Vorgänge zu standardisieren. "Das spart zwar Zeit und macht den Kostendruck erträglich. Es schafft aber auch Rechts- und damit Haftungssicherheit."
Denn wenn ein Arzt im Haftungsprozess sagen könne: "So mache ich das immer, dies können auch meine Angestellten bestätigen", könne der Richter eher glauben, dass der Arzt den Patienten richtig aufgeklärt oder vollständig dokumentiert hat.
Wichtigste Komponente: Qualitätsmanagement
Für die Dokumentation können beispielsweise Abkürzungen verwandt werden, die im Nachhinein erläutert werden können. "Wichtig ist jedoch, dass es immer dieselben Abkürzungen sind", sagt Prof. Bergmann. Bei der Aufklärung können die üblichen Aufklärungsbögen verwandt werden. Der Arzt kann auch eigene Bögen herstellen oder ein Schema entwickeln, nach dem er immer vorgeht.
Um Aufklärung und Dokumentation zu standardisieren, kann ein gutes Qualitätsmanagement (QM) wertvolle Dienste leisten. "Denn wenn erfahrene Qualitätsmanager Erfordernisse, Umfang und Grenzen standardgerechter Aufklärung und Dokumentation fixieren, wird wiederum mehr Zeit gespart, als wenn man sich das alles selbstständig erarbeitet", ist die Erfahrung des Anwalts. Es ist auch empfehlenswert, Kontakt mit den örtlichen Ärzteorganisationen, der Ärztekammer oder dem Berufsverband aufzunehmen, um externe Hilfe zu erhalten.
Die Zeit- und Geldinvestition lohnt sich. Denn ein Arzt kann zivil- wie strafrechtlich haften, wenn er nicht richtig aufgeklärt und dokumentiert hat. "Alle damit verbundenen Verfahren und Prozesse bedeuten immer einen enormem Zeitverlust und Ärger." Abgesehen von den Kosten für die Prozesse. Besonders teuer kann da ein Strafverfahren werden, das den Arzt nicht nur Ansehen "kostet". "Hinzu kommen die Anwaltsgebühren, die im Strafverfahren besonders hoch sein können."
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