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Der Trick mit dem gefühlten Ton

Die amerikanische Sozialpsychologin Nalini Ambady hat sich intensiv mit dem Arzt-Patientengespräch auseinandergesetzt. Ihre Untersuchungen zeigen: Eine Arztstimme, die beruhigend und interessiert wirkt, garantiert eine erfolgreichere Patientenführung.

In einer aktuellen Studie analysierte sie pro Arzt (Chirurg) zwei Gespräche, aus welchen sie je zwei 10-Sekunden-Clips schnitt, in denen nur der Arzt sprach. Pro Kandidat lagen ihr so 40 Sekunden Konversation vor.

Aus diesen Stimmaufnahmen entfernte sie alle hohen Frequenzen: Dadurch konnte man kein individuelles Wort mehr verstehen. Was blieb war eine Art Sound-Mix aus Rhythmus und Betonung. Den Mix wertete Nalini Ambady aus bezüglich

  • Herzlichkeit
  • Feindseligkeit
  • Dominanz
  • Beunruhigung

Mit Hilfe dieses System konnte sie voraussagen, wer zu den Ärzten gehörte, die Probleme mit ihren Patienten bekamen – und wer nicht.

Ohne zu wissen, was die Ärzte sagten, worüber man sprach, welche Erfahrungen vorlagen, kam sie somit an die Basis der Kommunikation: Wenn die Stimme nicht dominant klang und beruhigend sowie interessiert wirkte, hatten die Ärzte keine ernsthaften Patientenkonflikte.

Wir wissen, dass Respekt durch die Stimme gefühlt wird. Der gute Ton macht Patientengespräche wie Praxismanagement also entspannter und führt zu mehr Erfolg.

Literatur:
Ambady Nalini et al.: Surgeons´Tone of Voice: A Clue to Malpractice History, Surgery 132, no. 1 (2002) 5-9.

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